Verkehrsplanung und Verkehrstechnik

Jakob Egger

VERKEHRSAUFKOMMEN UND BESCHÄFTIGUNGSEFFEKTE VON KLEINRÄUMIGEN INNERSTÄDTISCHEN STRUKTUREN IM VERGLEICH ZU GROSSRÄUMIGEN AUSSERSTÄDTISCHEN STRUKTUREN

In der vorliegenden Arbeit wurden Verkehrsaufkommen und Beschäftigungseffekte (aus einer makroanalytischen Sichtweise) von ausgewählten Einkaufsstrukturen in Wien und Umgebung quantifiziert und anhand von Kennwerten verglichen. Die dafür notwendigen Daten wurden durch Befragungen der Kunden (rund 220 Personen) in vier Einkaufsstätten (Reindorfgasse, Brunnenmarkt, Lugner City, Shopping Center Nord), aus der Übernahme von bereits erhobenen Daten sowie aus telefonischen Befragungen der Filialleitelnnen gewonnen. Erhoben wurden folgende Variablen: Länge des Einkaufsweges (Weg vom Ausgangsort des Einkaufs zur Einkaufsstruktur), zur „An- und Abreise" benutzte Verkehrsmittel, Häufigkeit des Besuchs, aufgesuchtes Geschäft, Einkaufsbetrag, Beschäftigte im Betrieb, Verkaufsfläche. Der Vergleich der einzelnen Strukturen erfolgte hauptsächlich durch die Kennwerte: Anteil des NMV (nicht motorisierter Verkehr) am Modal-Split (Aufteilung des Verkehrs auf die verschiedenen Verkehrsmittel), Beschäftigte pro Anreiseweite [Beschäftigte/km], Beschäftigte pro Verkaufsfläche [Beschäftigte/m2], Beschäftigte pro Anreiseweite und Verkaufsfläche [Beschäftigte/km und m2], Beschäftigte pro Anreiseweite und Kundenausgaben [Beschäftigte/km und €]. Hier wurde aufgezeigt, dass in innerstädtische Strukturen die Verkehrsmittel NMV bzw. ÖPNV (öffentlicher Personennahverkehr) zum überwiegenden Teil zur Anreise zu den Einkaufsstätten benützt wurden. Beim Vergleich der relevanten Kennwerte für die Beschäftigungseffekte zeigt es sich, dass die Verkehrsmittelwahl einen Einfluss hat: Die innerstädtischen Strukturen weisen eine rund fünffach höhere Beschäftigungswirkung (Beschäftigung pro Anreiseweite und Kundenausgaben) vor, als periphere außerstädtische Strukturen. Somit leisten innerstädtische Versorgungsstrukturen einen Beitrag zu einer nachhaltigen Raumentwicklung und Beschäftigungssicherung. In diesem Sinne ist die Einkaufszentren- und Shopping-Center-Entwicklung an den nicht integrierten Standorten einzudämmen und die innerstädtischen Einkaufsstandorte (Nahversorgungsstrukturen) sind wirtschaftlich zu stärken.