Verkehrsplanung und Verkehrstechnik | Institut für Verkehrswissenschaften

Technische Universität Wien

Kurzfassung DI Heinz Kloss

Wirkungsanalysen von Planungsprinzipien in der Verkehrsplanung - gezeigt am Beispiel der Stadt Salzburg

Die Beantwortung der Frage, ob und in welcher Qualität die vom Gemeinderat beschlossenen Ziele and Prinzipien in der Salzburger Verkehrspolitik mit den gesetzten Maßnahmen erreicht werden - oder aus welchen Gründen sie verfehlt wurden -, steht im Mittelpunkt dieser Arbeit. Dazu wird vorbereitend die Methodik and Bewertung von verkehrsrelevanten Wirkungsanalysen in allgemeiner Form analysiert und Beispiele aus europäischen Städten angeführt, die auf diesem Gebiet weit voran liegen. Eine chronologische and methodische Betrachtung der seit 1945 gesetzten Ziele and realisierten verkehrlichen Maßnahmen in der Stadt Salzburg gewährt einen ersten Überblick, spiegelt im Rückblick aber auch das Ergebnis eines gegenseitigen Lernprozesses and die Paradigmenwechsel zwischen dem fachlichen and politischen Gestaltungswillen sowie der Kritik and Akzeptanz der Bürger zur Verkehrspolitik als "Kunst des Möglichen" wider. Die Ergebnisse der mittels Indikatoren erstellten Wirkungsanalysen zeigen, dass die höchste Zielkonformität bei den Maßnahmenbereichen: Fußgängerzone, Radverkehr and Verkehrsberuhigung, eine mittlere Qualität beim ÖPNV Stadt and Region und nur mehr unzureichende Zielkonformität beim fließenden Kfz-Verkehr, Fußgängerverkehr und beim ruhenden Verkehr erreicht wurde. Beim Radverkehr ist Salzburg mit 17% aller Wege die Nr.1 der Landeshauptstädte. Anhand einer Befragung zu 20 formulierten Hypothesen aus den Bereichen: Ziele, Akteure-Prozesse, Maßnahmen, Systemerfassung and Wirkungsanalysen wird versucht die Ursachen and Hintergrunde für fehlende Zielerreichungen zu ergründen. Zehn interne Experten haben aus ihrer praktischen Erfahrung die drei Thesen (Kurzform): "Informationspolitik and Vorbildwirkung der Politik schafft Gemeinschaftssinn", "es werden keine offiziellen Erklärungen für "Zielverfehlungen" gewünscht" and "politische Kooperationsbereitschaft ist in der Planung gefragt," an die Spitze gesetzt, wie überhaupt ohne stärkeren Einsatz der politischen Akteure (Bürgermeister) and ohne klare Strategien eine Wende zu einer nachhaltigen Verkehrs- und Raumpolitik in Zukunft nicht möglich sein wird and die vorbildlichen Ziele and Leitbilder nur Papier bleiben. Die Arbeit schließt mit einem kritischen Resümee and bietet mögliche Optionen für eine nachhaltigere Verkehrsplanung in der Stadt Salzburg.

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