Verkehrsplanung und Verkehrstechnik | Institut für Verkehrswissenschaften

Technische Universität Wien

Kurzfassung DI Dr. Katharina Grass

Die Zeit seit der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts bis zur Gegenwart zeichnet sich weltweit durch ein schnelles Wachstum der Städte und städtischen Agglomerationen aus. Rund 80 Prozent der gesamten europäischen Bevölkerung lebt zurzeit in Städten und städtischen Ballungsraumen (vgl. EUROPÄISCHER WIRTSCHAFTS- UND SOZIALAUSSCHLUSS 2008, S. 125).

Steigender Wohlstand ist Ieider in der Praxis mit hohem Ressourcenverbrauch und Umweltbeeinträchtigungen verbunden. Klimaveränderungen und Ressourcenknappheit stellen zwar globale Probleme der Welt dar, ihre Lösung benötigt aber die lokalen, verantwortungsvollen Verhaltensweisen jeder einzelnen Person, Gemeinde, Branche usw. Die Großstädte und ihre Verkehrssysteme stehen dabei vor großen Herausforderungen. Die vorliegende Arbeit hat deshalb zum Ziel, eine „städtische Vergleichsanalyse" als Instrument zur Bewertung und Orientierung der Verkehrssysteme im Personenverkehr der Großstädte auszuarbeiten und darzustellen.

Der Zweck dieses städtischen Vergleiches besteht darin, die Verbesserungspotenziale des Verkehrssystems zu definieren und somit ein Hilfsinstrument für die zielführenden Maßnahmen zu erschaffen. Es soll dargestellt und erklärt werden, wie die städtischen Vergleiche der Verkehrssysteme im Personenverkehr durchgeführt und organisiert werden mussten, um das Ziel des Vergleichs zu erreichen. Ein regelmäßig durchgeführter städtischer Vergleich soll helfen, Veränderungen im System frühzeitig zu erkennen und somit die negativen Auswirkungen und eventuellen Irrwege der Planung zu vermeiden.

Den Ausgangspunkt für die vorliegende Arbeit stellt die Erkenntnis dar, dass der Vergleich als Art der menschlichen Denkweise ein Instrument zur Erkenntnisgewinnung ist. Als zentraler Bewertungsmaßstab bei dem vorliegenden städtischen Vergleich wird die Nachhaltigkeit als dauerhafter Erhalt eines intakten Systems definiert, und zwar:

• dauerhafter Erhalt der intakteren Ökosysteme,

• dauerhafte ökonomische Stabilität und Sicherheit sowohl des gesamten Systems als auch der Subsysteme (z. B. private Haushalte),

• dauerhafte soziale Sicherheit, gerechte Lebenschancen und Lebensqualität.

Der Schwerpunkt der Arbeit liegt vor allem auf dem relativen Beitrag zur Nachhaltigkeit durch den öffentlichen Verkehr. Die Darstellung der Vergleichsmethode erfolgt am Beispiel der vergleichenden Analyse dreier westeuropäischer Großstädte: Wien, Berlin und Madrid. Dabei beantwortet die Arbeit auch Fragen zur Auswahl der Vergleichsstädte, zur Bewertungsmethode sowie zu den Indikatoren und gibt die notwendigen zusätzlichen Tipps, um das Instrument „Städtische Vergleichsanalyse" möglichst effektiv anzuwenden.

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