Verkehrsplanung und Verkehrstechnik | Institut für Verkehrswissenschaften

Technische Universität Wien

Kurzfassung DI Markus Mailer

Zur Beurteilung von Verkehrsanlagen mit einem multimodalen Ansatz

Die Erhaltung der bestehenden Verkehrsinfrastruktur hat heute bereits weitgehend Priorität gegenüber deco weiteren Ausbau der Verkehrsanlagen erlangt. So wird die effiziente Nutzung der bestehenden Infrastruktur und das Zusammenwirken der Verkehrssysteme zunehmend wichtiger. Multimodale Betrachtungen und Korridorunter­suchungen werden daher immer häufiger gefordert. Dementsprechend müssen auch die bestehenden Konzepte und Richtlinien für die Beurteilung von Verkehrsanlagen überarbeitet und erweitert werden. Die Erstellung verkehrsmittelübergreifender Konzepte bedingt, dass die bestehenden, teilweise Ober Jahrzehnte fortgeschriebenen Beurteilungsansatze einzelner Teilsysteme kritisch analysiert und auf ihre allgemeine Anwendbarkeit überprüft werden. Gerade in multi­modale Konzepte sind aber auch die Erkenntnisse der Mobilitätsforschung Ober konstante Mobilitätsbudgets und den langfristigen Zusammenhang zwischen Verkehrs­infrastruktur und räumlicher Struktur einzuarbeiten. Aufbauend auf diesen Grundlagen wird in der vorliegenden Arbeit ein multimodaler Ansatz für die Beurteilung von Verkehrsanlagen des überregionalen Verkehrs ent­wickelt. Die Arbeit wird in drei Stufen gegliedert. In Teil A werden zunächst Beurteilungsgrößen erarbeitet, die unabhängig von den Verkehrsmitteln sind. Da Verkehr kein Selbstzweck ist, sondern der Realisierung der menschlichen Aktivitäten dient, wird ein Ansatz gewählt, der sich am Transportbedürf­nis der Nutzer des Verkehrssystems orientiert. Die Ergebnisse werden unter Berücksich­tigung der Systemeigenschaften auf die Teilsysteme Individualverkehr und öffentlicher Verkehr übertragen. Aufbauend auf Teil A werden in Teil B die bestehenden Ansatze zur Beurteilung von Teilsystemen überarbeitet. Die wesentlichen baulichen und betrieblichen Einflussfaktoren werden analysiert. Teil C übernimmt die Ergebnisse und erweitert die Ansatze zu einem multimodalen Konzept, das nicht mehr den Verkehrsstrom von Fahrzeugen, sondern die eigentliche Aufgabe von Verkehrsanlagen, den Transport von Personen, Gütern und Nachrichten in den Mittelpunkt stellt. Denn nur in diesen Einheiten können geeignete Szenarien entwickelt werden, um die Transportnachfrage multimodal, im Zusammenspiel der Verkehrsmittel, effizient und effektiv zu bewältigen.

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