Verkehrsplanung und Verkehrstechnik | Institut für Verkehrswissenschaften

Technische Universität Wien

Joachim Schörg

TECHNISCHER STANDARD DER ÖSTERREICHISCHEN BUS

Seit der Öffnung der Grenzen des ehemaligen Ostblocks ist der freie Verkehr zwischen Ost- und Westeuropa möglich geworden. Dadurch hat auch der Verkehr mit Omnibussen aus den Oststaaten deutlich zugenommen. Der technische Standard dieser Fahrzeuge wurde oft als unzureichend bewertet. Die österreichische Regierung hat daher Maßnahmen getroffen, um neue Busse hohen technischen Standards gegenüber alten bei der Einreise nach Österreich zu bevorzugen. Als Vergleichsmaßstab für die Beurteilung ausländischer Busse könnte pragmatisch der Standard der österreichischen Busse herangezogen werden. Diesen Standard zu erheben war die Hauptaufgabe der vorliegenden Arbeit. Zu Beginn wurde die Bedeutung des technischen Standards für Umwelt und Sicherheit erläutert, anschließend ein Einblick in schon bestehende multi- und bilaterale Regelungen für den Busverkehr gegeben. Als Grundlage für die weiteren Schritte wurde der Bestand der Omnibusse des Gelegenheitsverkehrs analysiert. Auf einige Annahmen und Hochrechnungen gestützt, können ca. 5040 Omnibusse, das sind etwa 53% des Gesamtbestandes, dem Gelegenheitsverkehr zugeordnet werden. Danach wurden die gesetzlichen Bestimmungen für Omnibusse seit 1967 verfolgt und mit den bereits ermittelten Bestandsstatistiken in Verbindung gebracht. Dadurch konnte festgestellt werden, welche Mindeststandards von jeweils wieviel Omnibussen eingehalten werden müßten. Es zeigt sich, daß sich aufgrund der langen Lebensdauer der Fahrzeuge die aktuellen technischen Standards, im besonderen die Umweltstandards, nur langsam durchsetzen. Anschließend wurde eine Möglichkeit geschaffen, die weitere Entwicklung diesbezüglich abzuschätzen. Um den tatsächlichen Zustand der Omnibusse beurteilen zu können, wurden in der Folge die gesetzlich vorgeschriebenen, jährlichen Überprüfungen herangezogen. Um den Einfluß der überprüfenden Stellen, der auch offensichtlich wurde, möglichst auszuschalten, wurden Gutachten aus drei Bundesländern, die unterschiedliche Werkstätten ermächtigen, diese zu erstellen, ausgewertet. Dabei zeigte sich die Wirkung genauer Überprüfungen auf die weitere Instandhaltung und den daraus resultierenden Zustand der Busse. Fahrzeugüberprüfungen an den Grenzen zu den Oststaaten, die auch unerwünschte Ausnahmen bei österreichischen Bussen offenbarten, wurden ebenfalls herangezogen. Ein Vergleich der gesetzlich vorgeschriebenen Standards und der Fahrzeug­überprüfungen zeigt ein relativ einheitliches Bild in Westeuropa. In Osteuropa bestehen große Unterschiede, wobei in Nachbarländern Österreichs positive Entwicklungen festzustellen sind. Zuletzt wurde der technische Standard der zur Zeit angebotenen Omnibusse anhand von repräsentativen Fahrzeugen gezeigt.

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