Verkehrsplanung und Verkehrstechnik | Institut für Verkehrswissenschaften

Technische Universität Wien

Alexander Frötscher

OPTIMALE STICHPROBENGRÖSSEN FÜR BEFRAGUNGEN DER VERKEHRSPLANUNG IN KLEINSTÄDTEN ANHAND VON DATEN AUS SARNTHEIN (BZ)

Bei der Erstellung eines Verkehrskonzeptes für die Gemeinde Sarnthein in der autonomen Provinz Bozen, Italien, im Jahre 1993 war der zentrale Teil der Arbeit die Durchführung einer Haushaltsbefragung in der betreffenden Ortschaft. Nicht nur aufgrund des Interesses von seiten der Bewohner sondern auch durch die hervorragende Organisation und Durchführung durch die Gemeinde wurde eine Rücklaufquote von 87 % erreicht. Dieser umfassende empirische Datensatz bildete die Grundlage für diese statistische Untersuchung der in der Erhebung gewonnenen Daten. Auf zwei Fragen wurde dabei das Hauptaugenmerk gelegt:

 

1) Wie groß sollte eine Stichprobe sein, damit verschiedene Variablen in einer Befragung mit einer vorgegebenen Genauigkeit bestimmt werden können? Da bei dieser Untersuchung fast die Daten einer Vollerhebung vorlagen, konnten alle Parameter, von denen vermutet wurde, daß sie auf die Stichprobengröße einen Einfluß haben, in weiten Bereichen variiert werden und ihr tatsächlicher Einfluß auch quantitativ festgestellt werden. Diese Parameter waren das statistische Niveau der betrachteten Variable, die Größe der Grundgesamtheit N, das Konfidenzniveau , die Art und die Größe des zulässigen Fehlers und das Verfahren mit welchem die Stichprobe gezogen wurde. Danach wurde für die einzelnen Variablen auch der Einfluß einer Schichtung der Grundgesamtheit in verschiedene Klassen, anhand von verschiedenen Kriterien untersucht und dabei die Auswirkungen auf die Stichprobengröße festgestellt. Es wurden jene Kriterien ermittelt, die eine Reduktion der Stichprobengröße bewirken, und auch an anderen Orten verfügbar, und daher in einem großen Ausmaß verwendbar sind, das Geschlecht und die Altersgruppen der Bewohner. Die wichtigsten Parameter konnten ermittelt und ihr Einfluß in einer Form dargestellt werden, die auch auf andere Untersuchungen übertragen werden kann.

 

2) Ab welchen minimalen Rücklaufquoten ist es in einer Erhebung möglich für einen Ort eine Verkehrsmatrix zu erstellen? Für diese Fragestellung wurden die Ergebnisse des ersten Teiles für einzelne Größen verwendet und auf die gesamte Verkehrsmatrix unter Beachtung der auftretenden Fehler erweitert. Je nach Art der Besetzung in den einzelnen Zellen gibt es aber eine Fülle von verschiedenen Möglichkeiten der Auswahl der Parameter, so daß sich die verschiedenen Einflüsse nicht mehr verallgemeinern und für andere Untersuchungen verwendbar darstellen lassen. Trotzdem kann die hier angewandte Vorgangsweise auch auf andere Untersuchungen übertragen werden.

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