Verkehrsplanung und Verkehrstechnik | Institut für Verkehrswissenschaften

Technische Universität Wien

Peter Fischer

VERKEHRSENERGIEAUFWAND STÄDTISCHER EINKAUFS- UND VERSORGUNGSSTRUKTUREN GEZEIGT AM BEISPIEL AUSGEWÄHLTER WIENER EINZELHANDELSSTANDORTE

In dieser Arbeit wird der Energieverbrauch, der zur Versorgung von Waren in verschiedenen Einkaufsstätten aufgewendet wird, untersucht, die sich daraus ergebenden Kennwerte werden miteinander verglichen. Die erforderlichen Daten wurden durch Befragung von mehr als 900 Kunden von sieben Wiener Einkaufsstätten gewonnen. Es wurden vor allem die Länge des Einkaufsweges, die Verkehrsmittelwahl, das Gewicht der Waren und die Kosten des Einkaufs erhoben. Weiters wurde der spezifische Energieverbrauch [kJ/Personenkilometer] jeder Verkehrsart ermittelt. Für jede der betrachteten Einkaufsstätten wurden nun folgende drei Energiekennwerte berechnet: - Kundenspezifischer Energiewert [kJ/Kunden] - Gewichts-spezifischer Energiewert [kJ/kg] - Umsatzspezifischer Energiewert [kJ/ÖS]

 

Der Vergleich der Einkaufsstätten zeigt, daß Einkaufszentren bei jedem der drei Kennwerte mehr Energie verbrauchen als Geschäftsstraßen und Viktualienmärkte, wobei angemerkt werden muß, daß städtebaulich integrierte und mit öffentlichen Verkehrsmitteln erschlossene Einkaufszentren eine weitaus günstigere Energiebilanz aufweisen als Zentren am Stadtrand, die vorwiegend durch den motorisierten Individualverkehr erschlossen werden. Im Sinne nachhaltiger Entwicklung und energiesparender Raumplanung ist eine Senkung des Energieverbrauchs im Einkaufsverkehrs in erster Linie durch Eindämmung der Einkaufszentrenentwicklung an nicht-integrierten Standorten am Stadtrand, "auf der grünen Wiese" zu erreichen. Aktivitäten, die zu einer Aufwertung und wirtschaftlichen Stärkung innerstädtischer, integrierter Einkaufsstandorte beitragen, können in diesem Sinn als Energiesparmaßnahmen bezeichnet werden.

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