Verkehrsplanung und Verkehrstechnik | Institut für Verkehrswissenschaften

Technische Universität Wien

Stefan Wiederin

DARSTELLUNG DES ZUSAMMENHANGS ZWISCHEN VERKEHRSVERHALTEN UND RAUMSTRUKTUR AM BEISPIEL OBERÖSTERREICHS

Zwischen Verkehrs- und Siedlungsentwicklung bestehen enge Wirkungszusammenhänge. Da unter den Gemeinden erhebliche Unterschiede in den siedlungsstrukturellen Merkmalsausprägungen bestehen, liegt es nahe, einen entsprechenden Einfluß auf das Verkehrsverhalten zu vermuten. Im Hinblick auf die Untersuchung dieser Zusammenhänge wurde in dieser Arbeit die gemeindebezogene Mobilität anhand von Gemeinde- bzw. Raumtypen analysiert. Neben dem Verkehrsaufkommen und der Verkehrs"leistung" bestimmt insbesondere die Verkehrsmittelwahl Art und Ausmaß der Wirkungen des Verkehrsgeschehens. Von Interesse ist diesbezüglich der Zusammenhang zwischen Verkehrsmittelwahl und Verkehrsmittelverfügbarkeit einerseits und den siedlungsstrukturellen Ausprägungen andererseits. Dem Umstand Rechnung tragend, daß soziale Gegebenheiten unter den Gemeindetypen variieren, wurde auch der Einfluß sozialer Faktoren berücksichtigt, um Fehlinterpretationen zu vermeiden. Ausgehend von thematischen Hinweisen aus der Literatur wurden Hypothesen des Einflusses des Straßenangebots, der Verkehrsmittelverfügbarkeit, der Nahversorgungsqualität, der Siedlungsstruktur und der topographischen Situation auf die Verkehrsmittelwahl formuliert und mit Regressionsanalysen geprüft. Aus den Ergebnissen lassen sich auf mehreren Ebenen Konsequenzen für die Siedlungspolitik ableiten: Auf kleinräumiger Ebene wird die hohe Bedeutung des Wohnumfeldes für das Verkehrsverhalten bestätigt, auch im regionalen Kontext lassen sich - abhängig von den herrschenden Trends der Siedlungsentwicklung und der Umsetzung von relevanten steuernden Maßnahmen - entsprechende Wirkungen auf das Verkehrsgeschehen abschätzen, wobei einige der diskutierten Indikatoren als "Handlungsrichtschnur" geeignet erscheinen.

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