Verkehrsplanung und Verkehrstechnik | Institut für Verkehrswissenschaften

Technische Universität Wien

Amélie Courdoisy

Es ist eine allgemein anerkannte Tatsache, dass Straßen mit hohem Verkehrsaufkommen die beiden Straßenseiten voneinander trennen and damit auf die Fußgänger eine starke Trennwirkung ausüben. Unter der Voraussetzung, dass Geschäfte auf beiden Seiten Fußgänger anziehen, ist in Einkaufsstraßen ein relativ hoher Bedarf an Überquerungen zu erwarten. Anders als in Fußgängerzonen, wo sich die Fußgänger unbehindert über den gesamten Querschnitt bewegen können, schränkt der Verkehrsfluss in Straßen mit Autos die Überquerungsmöglichkeiten allerdings ein. Gegenstand der Untersuchungen dieser Arbeit war die Quantifizierung dieses Einflusses des Verkehrsaufkommens auf die Anzahl der Überquerungen in Einkaufsstraßen.

Nach einer theoretischen Annäherung an das Thema and die maßgebenden Wechselwirkungen wurden neun Abschnitte in Wiener Einkaufsstraßen mit unterschiedlichen Verkehrsbelastungen für die Untersuchung ausgewählt. Videos wurden aufgenommen, anhand derer die Fußgänger, ihre Überquerungen sowie die Fahrzeuge gezählt wurden.

Bei der Auswertung der erhobenen Zahlen wurde festgestellt, dass die Anzahl der Überquerungen an Fußgängerstreifen bei Kreuzungen aufgrund des Einflusses der Fußgänger, die entlang der kreuzenden Straßen gehen and die untersuchten Straßen lediglich überqueren, zwischen den verschiedenen Abschnitten nicht vergleichbar war. Regressionsanalysen wurden durchgeführt, um einen quantitativen Zusammenhang zwischen dem Fahrzeugaufkommen and der Überquerungshäufigkeit zwischen zwei Fußgängerstreifen zu ermitteln. Der Abstand zwischen zwei Fußgängerstreifen wurde als zusätzlicher Parameter betrachtet. Aufgrund der großen Streuung der Überquerungshäufigkeiten und der kleinen Anzahl an Beobachtungen war es nicht möglich, zu einer mathematischen Formel zu gelangen. Der Einfluss des Fahrzeugaufkommens wurde allerdings anhand von Grafiken bestätigt.

www.fvv.tuwien.ac.at