Verkehrsplanung und Verkehrstechnik | Institut für Verkehrswissenschaften

Technische Universität Wien

Clarissa Knehs

Die Reisezeit pro Person und Tag ist über die Jahrzehnte nahezu gleich geblieben (Reisegesetz von Lill, 1889). Eine Verlagerung der Fortbewegung hat, von ursprünglich fußläufigen oder mit dem Rad zurückgelegten Wegen, auf den motorisierten Verkehr stattgefunden. Der Grund für diese Verlagerung findet sich im Mobilitätsverhalten des Menschen. Je nach Lebensabschnitt ändern sich die Anforderungen an die Umgebung und damit oft auch der Wohnort. Die Strukturen unserer Siedlungen wandeln sich von Orten der „kurzen Wege“ in Richtung Funktionstrennungl, was lange Wege zur Folge hat. Diese Funktionstrennung wird durch die steigende Geschwindigkeit der motorisierten Fortbewegung ermöglicht. Größere Distanzen können innerhalb des immer gleichen Mobilitätszeitbudgets überwunden werden. Die Anzahl der Wege bleibt im Schnitt immer gleich. Legt man dem Verhalten des Menschen den Energieaufwand für die einzelnen Tätigkeiten zugrunde, scheiden bei den heutigen Siedlungsstrukturen, das Zufußgehen sowie das Radfahren aus. Was bleibt, ist der öffentliche Personenverkehr sowie der motorisierte Individualverkehr. Die im Rahmen dieser Arbeit durchgeführte Feldstudie bezieht sich auf die Routenwahl von Fußgängern in Bahnhöfen. Im ersten Teil wurde untersucht, welche Steighilfen zur Überwindung von Höhenunterschieden bevorzugt wurden. Die Rolltreppe stellt die energetisch günstigste Art der Höhenüberwindung dar und wurde von um die achtzig Prozent der beobachteten Personen gewählt. Änderungen der Präferenz wurde in Zeiten besonders hoher Personendichten beobachtet. Der zweite Teil der Feldstudie beinhaltet eine Befragung mit Beobachtung. Aus diesem Teil ergaben sich zwei Informationen, die des tatsächlichen Routenwahlverhaltens sowie ein hypothetisches Verhalten. Das hypothetische Verhalten leitet sich aus der Angabe der Routenwahl von gezeigten Videos ab.

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