Verkehrsplanung und Verkehrstechnik | Institut für Verkehrswissenschaften

Technische Universität Wien

Delle Karth Gert

Diese Arbeit setzt sich mit dem Begriff des betrieblichen Mobilitätsmanagements auseinander. Neben einer theoretischen Vertiefung, in der etwa die Entstehung, das Konzept, die Eckpfeiler und die Vorgangsweise erläutert werden, bildet der Hauptteil der Arbeit eine praxisnahe Auseinandersetzung mit diesem relativ jungen Ansatz der Verkehrsplanung. Als Partner zur Umsetzung eines Mobilitätskonzeptes konnte dabei das Sozialmedizinische Zentrum Baumgartner Höhe Otto-Wagner-Spital mit Pflegezentrum gewonnen werden.

In nur wenigen Worten umschrieben, ist (betriebliches) Mobilitätsmanagement ein nachfrageorientierter Ansatz im Bereich des Personen- und Güterverkehrs, der durch neue Kooperationen und Maßnahmenpakete versucht, eine effiziente, umwelt- und sozialvertragliche Mobilität in Betrieben zu fördern. Die Eckpfeiler der Maßnahmen basieren im Wesentlichen auf Information, Kommunikation, Organisation und Koordination.

Am Beispiel des Otto-Wagner-Spitals wurde versucht, möglichst alle notwendigen Arbeitsschritte, die für die Implementierung eines Mobilitätskonzeptes notwendig sind, durchzuspielen bzw. zu erarbeiten. Die Arbeitsschwerpunkte betreffen die Erhebung- und Analyse des IST-Zustandes, die Abschätzung der Verlagerungspotentiale, die Entwicklung von Zielen und als letzten Punkt die Erarbeitung von Maßnahmenbündeln.

Die Erhebungs- und Analysephase umfasste neben einem allgemeinen Teil, eine Eingangszahlung, eine Besucher- und Patientenbefragung, eine Mitarbeiterbefragung und eine Auswertung der vom Otto-Wagner-Spital gef0hrten Mitarbeiterdatenbank. Unter anderem wurde das Mobilitätsverhalten der zum Otto-Wagner-Spital anreisenden Personen, verschiedene Erreichbarkeitsverhältnisse von Gruppen, sowie Problembereiche betreffend Mobilität eruiert. Beispielweise gaben im Rahmen der Mitarbeiterbefragung über 70% der Mitarbeiter des Otto-Wagner-Spitals an als Hauptverkehrsmittel zur Anreise den Pkw zu nützen, nur 4% bzw. 20% benutzen das Fahrrad oder den öffentlichen Verkehr. Gleichzeitig ergab die Befragung einen großen Unterschied im Vergleich zum Wunschverkehrsmittel; 16% der Befragten würden am liebsten mit dem Fahrrad zu ihrem Arbeitsplatz anreisen, ungefähr 25% mit dem öffentlichen Verkehr und nur rund 40% mit dem Pkw.

Die detaillierte Beschreibung dieser positiven Verlagerungspotentiale war Gegenstand des folgenden Kapitels und wurde in Form einer SWOT-Analyse weiter spezifiziert. Auf den daraus gewonnenen Erkenntnissen baute die Erarbeitung von Zielen auf. Ziele haben eine wichtige Leitfunktion und sollen nicht im Dickicht von möglichen Maßnahmen aus den Augen verloren werden. Weiter ermöglichen Ziele eine Evaluierung und/oder Erfolgskontrolle der umgesetzten Maßnahmen.

Das Ergebnis der Arbeit besteht in der Festlegung und Ausarbeitung von verschiedenen auf das Otto-Wagner-Spital maßgeschneiderten Maßnahmenbereichen, die eine umweltbewusste, sozial- und ökonomisch sinnvolle Mobilität fördern beziehungsweise forcieren sollen.

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