Verkehrsplanung und Verkehrstechnik | Institut für Verkehrswissenschaften

Technische Universität Wien

Markus Pajones

Die vorliegende Diplomarbeit beschäftigt sich mit der prinzipiellen Verträglichkeit zwischen Straßenbahn und Fußgängerzone, am Beispiel der Linzer Landstraße. Es wurde ein Instrumentarium entwickelt das es ermöglicht, Antworten auf Fragen der prinzipiellen Verträglichkeit zu geben. Da es in Österreich nur zwei Städte (Linz und Graz) gibt, in denen die Straßenbahn durch die Fußgängerzone fährt, kann man von einer speziellen Situation sprechen. In einer detaillierten Grundlagenforschung wurde diese Situation näher beleuchtet, wobei Dinge wie Demografie, Straßenraumgestaltung, Verkehrssituation, Fußgänger- und Zugfrequenzen in der Fußgängerzone, Erreichbarkeiten, ... näher untersucht wurden. Erkenntnisse die daraus gewonnen wurden sind, dass es in Linz in den vergangenen zehn Jahren eine deutliche Veränderung der Verkehrsanteile zugunsten des öffentlichen Verkehrs gegeben hat und das der Kfz Anteil stagniert bzw. sogar leicht rückläufig ist. Weiters ist es aufgrund der Straßenbautätigkeiten der letzten Jahrzehnte zu einer Veränderung der Erreichbarkeiten gekommen was dazu beigetragen hat, dass die Menschen aus dem Stadtkern raus, ins Umland gezogen sind.

Im Anschluss an die Grundlagenforschung wurde eine Bürgerbefragung durchgeführt. Bei der Auswertung der Fragenbögen konnten Antworten auf Fragen gefunden werden, wo die quantitative Datenanalyse an ihre Grenzen stößt. Bei den Fragen geht es unter anderem um subjektive Eindrücke, welche die Menschen beim Besuch der Fußgängerzone haben. Die Analyse der Fragenbögen zeigt, dass die Mehrheit der befragten Personen der Straßenbahn gegenüber positiv gestimmt ist.

Ein weiterer wesentlicher Teil der Arbeit ist der Vergleich mit internationalen Beispielen. Zentraler Ausgangspunkt ist eine durchgeführte Diplomarbeit aus Deutschland, in der verschiedene deutsche Städte miteinander verglichen wurden, in denen die Straßenbahn ebenfalls durch die Fußgängerzone fährt. Für den Vergleich wurde eine rechnerische Herangehensweise zur Klärung der Verträglichkeit gewählt. Zudem wurden die Straßenräume, sowie das Stimmungsbild der Besucher in den jeweiligen Fußgängerzonen, mit Linz verglichen. Ziel dieser Methode war es, Gemeinsamkeiten und Unterschiede der einzelnen Städte aufzuzeigen, beziehungsweise welche Ursachen und Auswirkungen diese haben.

Kern der vorliegenden Arbeit ist eine Aussage, die Aufschluss über die Verträglichkeit zwischen Straßenbahn und Fußgängerzone gibt. Basierend auf die angestellten Untersuchungen konnte in Linz eine hohe Verträglich festgestellt werden. Eine wichtige Erkenntnis ist hierbei, dass es einen Zusammenhang zwischen Straßenbreite, der Zugfrequenz und der Zufriedenheitsrate der Menschen gibt. Dabei spielen subjektive Empfindungen der Besucher eine wesentliche Rolle. In Linz konnte mit einer durchschnittlichen Straßenbreite von 18 Meter und einer Zugfrequenz von 48 Zügen pro Stunde eine Zufriedenheitsrate von 80% erreicht werden.

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