Verkehrsplanung und Verkehrstechnik | Institut für Verkehrswissenschaften

Technische Universität Wien

Alexander Baumgartner

Seit Mitte der 1990er Jahre wurden in Mitteleuropa mehrere autofreie beziehungsweise autoarme Wohngebiete errichtet, welche sich an Haushalte ohne (eigenes) Auto richten, mit dem Ziel, für diese Vorteile zu schaffen. Die Haushalte ohne Auto sollen von den durch den Autoverkehr verursachten Externalitäten möglichst wenig beeinträchtigt werden. Sie sollten - zumindest in ihrem unmittelbaren Wohnumfeld - nicht den Emissionen des Autoverkehrs ausgesetzt sein und sich mit ihren Wohnkosten nicht an der Finanzierung einer von ihnen nicht genutzten automobilen lnfrastruktur im Wohnumfeld beteiligen müssen, die im gängigen Wohnbau oft gesetzlich vorgeschrieben ist (bspw. Tiefgaragenplatze). Bei diesen Projekten werden weniger Autoabstellplatze errichtet, als dies im herkömmlichen Wohnbau Üblich ist, stattdessen wird auf eine besonders Fußgänger- und Radfahrerfreundliche Ausgestaltung des Projekts geachtet (fußläufige Einkaufsmöglichkeiten, Parks, Kindergarten, Schulen,...). Ziel ist es, ein Wohnumfeld zu schaffen, das den Bedürfnissen von autofreien Haushalten optimal entspricht.

Diese Arbeit stellt das Konzept autofreier Siedlungen vor und gibt einen Einblick in Möglichkeiten der Umsetzung, indem zehn Siedlungen, die diesem Ansatz entsprechen, vorgestellt werden.

Welters widmet sie sich der Frage, welche Rahmenbedingungen bei der Entstehung solcher Wohnbauten erforderlich sind und ob diese Rahmenbedingungen auch in Innsbruck gegeben sind. Aus der Untersuchung der Motorisierung der Innsbrucker Bevölkerung, ihrer Verkehrsmittelwahl und der Bedienungsqualität des öffentlichen Verkehrs lasst sich schließen, dass in Innsbruck wesentliche Rahmenbedingungen für autofreie Siedlungen gegeben sind. Auch von Seiten der Politik und von Beiträgern wurde die Errichtung von autofreien Wohnbauten in Innsbruck bereits angedacht.

Im Raum Innsbruck existieren auch - teils große - unbebaute Flachen mit einer guten Anbindung an den öffentlichen Verkehr, auf denen autofreie Projekte verwirklicht werden konnten. Zwölf solcher Flachen werden naher beschrieben, auf ihre Eignung für autofreies Wohnen hin untersucht und Oberlegungen über mögliche Ausgestaltungen von autofreien Projekten auf den jeweiligen Flachen geäußert.

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