Verkehrsplanung und Verkehrstechnik | Institut für Verkehrswissenschaften

Technische Universität Wien

Michael Resch

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit den städtebaulichen Veränderungen des 20. Jahrhunderts und den daraus folgenden Wirkungen auf Mobilitätsstrukturen. Zu diesem Zweck umfasst sie einerseits eine Literaturanalyse in Bezug auf die Entwicklungen der Stadt- und Verkehrsplanung, die Veränderungen der Stadtstrukturen und den Zusammenhang zwischen gebauten Strukturen und dem Verhalten der Menschen, sowie andererseits eine empirische Analyse zweier europäischer Städte. Die dabei zugrunde liegende Hypothese geht von einem starken Zusammenhang zwischen städtebaulichen Strukturen und dem Verhalten der darin wohnenden Menschen aus. Kompakte, dichte Siedlungsstrukturen und attraktive öffentliche Räume sollten folglich den Mobilitätsaufwand reduzieren und das zu Fuß gehen, Radfahren oder den öffentlichen Verkehr fördern. Das 20. Jahrhundert wurde aufgrund der weitreichenden Veränderungen der Stadtentwicklung und der zugehörigen Paradigmen gewählt. Insbesondere die massenhafte Verbreitung des Autos, und damit der Anstieg der Geschwindigkeiten im Verkehrssystem, sowie die ökonomischen Prinzipien des Fordismus wurden zu Triebfedern der städtebaulichen Veränderungen. Hinsichtlich der Mobilitätsstrukturen bedeuteten zunehmende Zersiedlung, monofunktionale Flächennutzung und räumliche Konzentration der wirtschaftlichen Aktivitäten höhere Autobenutzung und vor allem höhere Autoabhängigkeit aufgrund der damit verbundenen größeren Distanzen und Wegelängen. Die Ergebnisse der Literaturanalyse, als auch der empirischen Analyse der Städte Wels und Ferrara bestätigen im Wesentlichen den vermuteten Zusammenhang zwischen städtebaulichen Strukturen und Mobilitätsverhalten. Darüber hinaus verdeutlichen die Ergebnisse die Bedeutung von kompakten Siedlungsstrukturen als Grundvoraussetzung für aktive Mobilität, wenngleich das Mobilitätsverhalten aufgrund seiner Komplexität nur in der Gesamtheit und unter zusätzlicher Berücksichtigung von nicht-strukturellen Einflussfaktoren erklärt werden kann.

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