Verkehrsplanung und Verkehrstechnik | Institut für Verkehrswissenschaften

Technische Universität Wien

Claudia Klampfer

Kurier-, Express- und Paketdienste sind sowohl im B2B- als auch im B2C-Bereich wichtige Logistik- Dienstleister geworden. Das Angebot der KEP-Dienste ist auf eine große Anzahl kleiner, leichter Sendungen ausgerichtet und stark spezialisiert und automatisiert. Auch deshalb steigen die jährlichen Sendungszahlen der KEP-Branche kontinuierlich.
Aufbauend auf ein Netz an Niederlassungen unterschiedlicher Größenordnung gliedert sich die Zustellung der KEP-Dienste in mehrere Etappen. Für die Städte von besonderer Bedeutung ist der sogenannte Nachlauf, die „letzte Meile“ im Zustellprozess. Üblicherweise wird dazu jede Zustelladresse mit dieselbetriebenen Kleintransportern angefahren. Dadurch entsteht eine Vielzahl an innerstädtischen Wegen, die auch zu Problemen führt. Die Städte kämpfen mit zunehmenden Schadstoff- und Feinstaubbelastungen, höheren Verkehrsbelastungen, sinkendem Verkehrsfluss etc. Effekte die den Zielsetzungen der Städte widersprechen.
Auf der Suche nach verträglicheren Zustellformen ermöglicht die Eingliederung eines Mikro-Depots in den Zustellprozess den Einsatz von E-Fahrzeugen und Transporträdern auf der „allerletzten Meile“. Um ein Mikro-Depot erfolgreich zu implementieren müssen allerdings gewisse Rahmenbedingungen betreffend des Zustellgebietes, des Standortes und der eingesetzten Fahrzeuge gegeben sein. Seitens der Stadt ist es erforderlich an diesen Punkten anzusetzen und die Schaffung der nötigen Bedingungen voranzutreiben.
Aufbauend auf den Anforderungen funktionierender Mikro-Depots sowie den Zielsetzungen der beteiligten Akteure wurden abschließend Handlungsempfehlungen für die Städte formuliert. Der Fokus liegt auf einer breiten Einbindung möglichst vieler Akteure, sowie dem Setzen von Attraktivierungen und Regulierungen. Aufgrund der noch sehr geringen Praxiserfahrungen mit Mikro-Depots braucht es die Stadt aktuell noch als Initiator und Treiber. Diese Arbeit soll das Potential des Mikro-Depot-Konzepts sowie Steuerungsmöglichkeiten der Städte aufzeigen und kann die Stadtverwaltungen hoffentlich motivieren, die Initiative zu ergreifen um die innerstädtische Zustelllogistik neu zu gestalten.

www.fvv.tuwien.ac.at